High Heels sind mein Hobby
20. Februar 2012
Als er mich nach meinen Hobbys fragte, dachte ich mir, nicht das auch noch. Der Mann langweilte mich schon eine ganze Weile. Warum ich mich überhaupt mit ihm getroffen hatte, das ist mir heute noch ein Rätsel. Aber er hatte solange genervt, schon seit Wochen, immer und immer wieder meinte er, dass er mich gerne zum Essen einladen würde. Er hielt sich für unwiderstehlich und irgendwie, also wenn ich ihn ein für alle mal loswerden wollte, dann blieb mir nur die Flucht nach vorne.
Also hatte ich zugesagt. Nun saß ich ihm also in dieser Kneipe gegenüber und er erzählte und erzählte, natürlich nur von sich, und kam sich unheimlich toll vor. Na und, dann fuhr er eben einen Porsche. Was ist schon ein Auto? Dann kam seine Frage nach meinen Hobbys. Kurz zuvor hatte er mir noch erzählt, dass er unheimlich auf Frauen in hohen Schuhen abfährt. Das wiederum konnte ich nun sehr gut verstehen, Pumps sind auch was irre schönes. Die, die ich zu dieser Verabredung an hatte sowieso. Pumps in rot, Wildleder. Er fand diese Pumps auch sehr anregend und er würde die mir zu gerne nachher bei sich zu Hause ausziehen. Igitt. Ja, genauso hatte er es genannt. Anregend!
Der Typ regte mich nur auf. Gut, und dann kam die Frage nach meinen Hobbys. „Von ätzenden Dates mit nervigen Männern auf roten Wildlederpumps alleine nach Hause spazieren“, sagte ich und fügte noch hinzu, dass, wenn er an diesem Abend unbedingt Schuhe ausziehen wolle, dann doch bitte seine eigenen. Meine würde ich ihm nicht zur Verfügung stellen. Ich legte noch einen Zehn-Euro-Schein auf den Tisch. „Der Rest ist Trinkgeld, ich pflege jetzt mein Hobby“, sagte ich dann und ging. Ich habe nie wieder was von ihm gehört. Zum Glück!
mehr...In Pumps durch die Stadt
17. Februar 2012
Eins muss ich meinem Mann lassen, wenn er mal mit mir sauer ist, dann aber richtig. Es ist wirklich nicht einfach, ihn dann davon zu überzeugen, dass der Kratzer im Auto, den ich aus Versehen beim Einparken in seinen Wagen reingemacht habe, nun wirklich nicht so schlimm ist. Also, wenn es um sein Auto geht, da kennt er kein Pardon! Bereits über eine Woche hatte er nur das Nötigste mit mir gesprochen. Irgendwie wird mir das dann doch langsam zu viel. Meine Güte, das kann doch mal passieren. Na und, dann war es eben ein Neuwagen.
Das kann man doch reparieren. Und es ist doch auch schon längst wieder repariert. Männer sind, was ihr Auto angeht, die reinsten Mimosen. Ein Kratzer im Lack ist für die doch ein halber Weltuntergang. Noch schlimmer ist aber, dass ich seinen Wagen wohl so schnell nicht mehr anvertraut bekommen werde. Da wir aber nur ein Auto haben und ich hin und wieder doch gerne auch mal mit dem Auto irgendwohin will, muss ich mir dringend etwas einfallen lassen. Zum Glück fiel mir da dann noch rechtzeitig ein, dass er ein Mann ist und ich eine Frau bin. Das tolle daran ist, dass ich sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Wo er doch immer so stolz ist, wenn seine Kollegen ihn um seine Frau beneiden.
Und wenn ich da, rein zufällig natürlich unter irgendeinem Vorwand, bei ihm auf Arbeit aufkreuze, in einem sexy Outfit und diesen irren pinkfarbenen High Heels die zu schwarzen Nahtstrümpfen bestimmt super sexy aussehen, also wenn dann seine Kollegen mich anerkennend mit Komplimenten überhäufen und er, stolz wie ein Pfau, seinen Arm um mich legen darf, doch, das müsste klappen. Also, erst mal die High Heels in Pink bestellt und dann ab auf die Baustelle auf der mein Mann gerade arbeitet. Ich hab doch nur noch eine Woche Zeit dafür, am Samstag in einer Woche brauche ich unbedingt das Auto!
mehr...Wo kommen die High Heels her
14. Februar 2012
Das passiert mir nicht noch mal! Hoffe ich zumindest. Ich hatte einen Termin und lief eiligen Schrittes mit meinen Pumps über das Kopfsteinpflaster. Warum so viele Innenstädte eigentlich Kopfsteinpflaster haben ist mir ein Rätsel. Auf jeden Fall habe ich nicht aufgepasst und schon war es geschehen. Der Absatz war ab. Auch das noch! Da ich aber ein Vorstellungsgespräch hatte und ich diesen Job unbedingt wollte, wollte ich natürlich auch nicht zu spät kommen. Nochmal nach Hause fahren, nein, das ging nicht.
Da hätte ich mich zu sehr verspätet. Zum Glück war in der Nähe ein Schuhgeschäft. Ich bin also in das Schuhgeschäft reingehumpelt und habe nach passenden Schuhen gesucht. Sie sollten nicht allzu hoch sein. Aber dann habe ich die brauen High Heels mit zwölf Zentimeter Absätzen und zwei bis drei Zentimeter Plateau entdeckt. Schlicht irgendwie, elegant und wunderschön. Da konnte ich einfach nicht anders. Die oder keine! Ich habe sie anprobiert, sie passten wie angegossen, gleich angelassen und bezahlt.
Stolz und gerade noch pünktlich kam ich zu meinem Vorstellungsgespräch. Ich musste sogar noch einige Minuten warten bis ich ins Büro des Chefs gebeten wurde. Ihr könnt mir glauben, ich war mehr als überrascht, als ich feststellte, dass der Chef eine Chefin war. „Wo haben Sie denn diese tollen High Heels her?“, war das erste, nach „Guten Tag, ich freue mich Sie persönlich kennen zu lernen“, was sie zu mir sagte. Ich habe ihr dann die Geschichte erzählt die mir kurz zuvor passiert war. Das Eis war gebrochen, wir plauderten als würden wir uns schon ewig kennen. Den Job habe ich auch bekommen!
mehr...Weil ich ein Mädchen bin
10. Februar 2012
Weil ich ein Mädchen bin, weil ich ein Mädchen bin… Kennt ihr das noch? Na, ich meine dieses Lied von damals. Gut, ich mochte es nicht wirklich. Aber ein Mädchen zu sein, das mag ich. Oder besser gesagt: ich bin gerne eine Frau. Früher, als ich noch ganz klein war, da hatte mir meine Mutter immer mit Vorliebe rosa Kleidchen und rosa Schühchen angezogen und sie war immer ganz entzückt beim Anblick ihres kleines Mädchens. Auch heute noch, wenn ich sie besuche holt sie gerne mal die alten Fotoalben raus und zeigt mir diese alten Bilder auf denen ich abgebildet bin, in rosa Kleidchen mit rosa Lackschühchen.
Und dann bedauert sie es immer sehr, dass ich gar nicht mehr wie ihr kleines Mädchen aussehe, eben weil ich eigentlich lieber andere Klamotten bevorzuge. Ich trage lieber Pumps und Jeans oder gerne auch Lederklamotten. Als ich sie gefragt hatte, was sie sich denn zu ihrem runden Geburtstag wünsche, da meinte sie, mit einem Seitenblick auf mein Outfit und einem leichten Grinsen im Gesicht, sie hätte einmal gerne noch ihr kleines Mädchen vor sich, in rosa Kleidchen und rosa Lackschühchen. Als sie das gesagt hatte musste mein Vater herzhaft lachen. Er meinte diesen Wunsch sollte ich ihr doch wirklich erfüllen und stupste mich in die Seite, dass ich mal mitkommen solle. Ich bin dann meinem Vater in mein ehemaliges Kinderzimmer gefolgt, das sie als Gästezimmer eingerichtet haben.
Dort drückte er mir eine große Einkaufstüte einer noblen Boutique in die Hand und einen Schuhkarton und sah mich verschwörerisch an. Ich solle es aber erst zu Hause auspacken, meinte er, und natürlich unbemerkt erst mal an Mutter vorbei mogeln. Ganz braves Mädchen habe ich das natürlich gemacht, obwohl ich schon sehr neugierig war. Morgen ist also nun der runde Geburtstag meiner Mutter. Und ich werde ihr diesen Wunsch erfüllen. Mein Vater ist wirklich ein toller Mann! Er hat mir doch tatsächlich ein enges Kleid gekauft, vorne durchgehend mit Reißverschluss in Leder, natürlich in der Farbe rosa. Aber das beste sind die Peeptoes. Super hohe Absätze, glänzendes Lackleder und drei Mal dürft ihr raten welche Farbe die haben. Richtig! Rosa. Die werde ich natürlich nicht nur am Geburtstag meiner Mutter tragen!
mehr...High Heels für die Mottoparty
07. Februar 2012
Vor kurzem war ich auf einer Motto-Party eingeladen. Eine Bekannte hatte die Idee gehabt einfach mal, der guten alten Zeiten wegen, eine 80er Party zu veranstalten. Natürlich, so meinte sie, sollten wir da stilecht erscheinen. Ich hatte irgendwie gar keine rechte Lust mich mit Schulterpolstern zu verunstalten. Da ist mir dann eingefallen, dass in den Achtzigern doch eigentlich auch Punk total angesagt war. Na, wenn das keine Gelegenheit war meine schwarzen Stiefeletten mit dem roten Karostoffeinsatz und den zehn Zentimeter hohen, etwas breiteren Absätzen zu tragen. Gedacht, getan.
Ich zog mir also einen schwarzen Lederminirock an, das schwarze T-Shirt, das über dem Brustansatz einen Reißverschluss eingenäht hat, eine Lederjacke und eben meine Stiefeletten mit dem roten Karostoffeinsatz. Wie ich mir gedacht hatte, auf der Motto-Party langweilte ich mich tierisch. Mir hängen solche Events zum Halse raus. Wieso eigentlich immer diese Reveivel? Hat die Gegenwart denn nicht genug tolles zu bieten? Und ob sie das hat! Zum Beispiel den Bruder dieser entfernten Bekannten. Der fand mein Outfit übrigens super und viel zu schade um mich damit vor aller Welt im Wohnzimmer seiner Schwester zu verstecken.
Also lud er mich kurzerhand einfach ein mich in die Gegenwart zu entführen. Zum Glück hatte ich mich gegen Schulterpolster entschieden gehabt, die wären in der Bikerkneipe, in die wir an diesem Abend abgehauen sind, wirklich fehl ab Platz gewesen. Ob mich die Bekannte vermisst hat? Keine Ahnung. Es ist mir aber auch egal. Die sehe ich doch sowieso höchstens alle paar Monate mal. Aber ihren Bruder, den habe ich, wenn ich die Bekannte das nächste Mal wieder treffe, mit Sicherheit schon einige Male öfters gesehen.
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